2008 – Presse

01.09.2008: Der Patriot

http://www.derpatriot.de/index.php?content=lokal_artikel&ID=Py-338160&RESSORT=LP&erweitert=true

10.09.2008: Der Superintendent informiert – Ausgabe September 2008: 16. Friedensgebet der Religionen in Lippstadt

“Ich glaube, dass aus Fremden Freunde werden können” formulierte Lippstadts stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Pfeffer bei einer Kundgebung auf dem Rathausplatz in Anlehnung an das diesjährige Motto des Friedensgebets “Fremde – Glaube – Freunde”. Gestartet war der Rundgang mit rund 140 Teilnehmenden in der katholischen St.-Elisabeth-Kirche. In der Mevlana-Moschee hielt Turan Devrin für Hodscha Oruc eine Rede zum Thema “Abrahamitische Religionen”, d.h. Judentum, Christentum und Islam. Darin betonte Hodscha Oruc, dass Abrahams Kampf gegen die Götzen vor jeder Vergötzung mahne, auch die der eigenen Religion. Bei der anschließenden Station auf dem Rathausplatz verlasen Gemeindereferentin Irmgard Salmen vom Pastoralverbund Lippstadt-Süd-West und Ülkü-Nur Doganci von der Türkisch-Islamischen Union Lippstadt das Grundsatzprogramm des interreligiösen Friedensgebets Lippstadt. Pfarrerin Margot Bell von der Evangelischen Kirchengemeinde bedankte sich für das langjährige Engagement von Dr. Werner Stein von der Jüdischen Kultusgemeinde, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mitarbeiten konnte. Nach einer Schweigeminute am jüdischen Erinnerungszeichen fand der Abschluss bei musikalischer Begleitung der Gruppe Crystal Silence im Haus der Kulturen statt. Der reichhaltige Imbiss war am Tag zuvor von Vertreterinnen der verschiedenen Religionsgemeinschaften gemeinsam mit Schülerinnen des Stift-Cappel-Berufskollegs u.a. nach jüdischen Rezepten vorbereitet worden.

Organisiert wird das Friedensgebet von den katholischen, griechisch-orthodoxen und evangelischen Kirchengemeinden in Lippstadt, der Türkisch-Islamischen Union Lippstadt und der Jüdischen Kultusgemeinde Paderborn, in deren Einzugsbereich Lippstadt gehört.

Pressemitteilung vom 18.08.2008

Friedensgebet der Religionen in Lippstadt

Seit 1992 findet in Lippstadt einmal jährlich das “Friedensgebet der Religionen” statt, das von dem gleichnamigen Arbeitskreis vorbereitet wird. Diesem Arbeitskreis gehören Vertreterinnen und Vertreter der Jüdischen Kultusgemeinde Paderborn, der Türkisch-Islamischen Union e.V. Lippstadt sowie der Kath., Griech.-Orthodoxen und Evang. Kirchengemeinden Lippstadts an.

Besonderes Anliegen des Arbeitskreises bzw. des Friedensgebetes ist es, dabei zu helfen, uns als Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen, wahr-zunehmen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen, was unser Zusammenleben in Lippstadt positiv belebt, aber auch belastet. Unsere Zeit ist zunehmend geprägt durch Abgrenzung und gegenseitiges Misstrauen. Mit diesem offenen Gespräch hoffen wir, einen kleinen Beitrag zu einem guten Miteinander hier in Lippstadt und damit zum Frieden leisten zu können. Wir möchten dabei Probleme nicht unter den Teppich kehren, sondern offen ansprechen, um sie so möglichst zu überwinden.

In der folgenden Grundsatzerklärung ist das Anliegen des Friedensgebetes zusammengefasst:

  • Vom Streit der Religionen, von ihrer Verbindung mit staatlichen und machtpolitischen Interessen ist viel Unheil ausgegangen.
  • Wir haben die Hoffnung und beten zu Gott, dass vom Miteinander der Religionen eine segensreiche Kraft des Friedens ausgeht.
  • Wir sind unterschiedlich, haben unterschiedliche Traditionen.
  • Jede/r bleibt sich selbst, seiner/ihrer Tradition treu, keine/r soll vereinnahmt werden, aber wir beten gemeinsam in dieser Stunde.

Wir Juden rufen zu Gott, dem Licht, dem Ewigen, der dem Menschen die Lehre des Lebens und die Liebe zum Guten gab.
Wir Moslems beten zu Allah, dem Richter, dem Barmherzigen, den wir um sein Geleit bitten.
Wir Christen versammeln uns im Namen Gottes, im Namen Jesu Christi, im Namen des Heiligen Geistes, des einen Gottes. Amen.

Wir sind unterschiedlich, aber

  • uns verbindet die Sorge um bedrohte Menschen in unserm Land,
  • uns verbinden gemeinsame religiöse Wurzeln: Der Glaube an Gott, den Schöpfer der Welt
  • uns verbindet der gemeinsame Wunsch, für den Frieden einzutreten.

Das Friedensgebet 2008 steht unter dem Motto: Komm, komm, wo immer Du gerade bist! (Mevlana) – Fremde – Glaube – Freunde. Es geht um die Frage, was die heiligen Schriften (Koran/Bibel) über das Fremdsein und den Umgang mit Fremden sagen.

Das Friedensgebet ist wieder als Rundgang gestaltet, der am 30. 08. 08 um 10.30 Uhr in der St. Elisabeth-Kirche beginnt. Die weiteren Stationen sind die Mevlana-Moschee in der Mühlenstr. 16 um 11.15 Uhr und um 12.00 der Rathausplatz. Nach einer Schweigeminute am jüdischen Erinnerungszeichen findet der Abschluss bei musikalischer Begleitung von Crystal-Silence-Network um 12.30 Uhr im Haus der Kulturen, Cappelstr. 50-52 statt. Dort wird es auch einen kleinen Imbiss geben, der am Tag zuvor von Vertreterinnen der verschiedenen Religionsgemeinschaften gemeinsam im Berufskolleg Stift Cappel vorbereitet wird.


“Der Patriot” (Lippstädter Zeitung) 24.04.08 (axs)

“Anderer Glaube, gleiche Absicht
Eine Delegation der Evangelischen Landeskirche informierte sich bei ihrem Besuch der Mevlana-Moschee über das Friedensgebet der Religionen in Lippstadt

Lippstadt – Denkmalpflege, Jugendliche, Diakonie – das sind die hauptsächlichen Gesichtpunkte, unter denen sich in dieser Woche eine Delegation der Evangelischen Landeskirche von Westfalen im Kirchenkreis umsieht. Am Mitwochabend stand dabei ein eher ungewöhnlicher Termin auf dem Programm: In der Mevlana -Moschee in der Mühlenstraße informierten sich Pfarrer Klaus-Jürgen Diehl und Pfarrerin Heike Koch über das stets im Herbst stattfindende Friedensgebet der Religionen, zu dem in Lippstadt erstmals vor 17 Jahren aufgerufen wurde und an dem neben Vertretern der katholischen und evangelischen Gemeinden auch Mitglieder der türkisch-islamischen Union, des jüdischen Kultuskreises Paderborn und der griechisch-orthodoxen Christen teilnehmen.

Pfarrer Diehl zeigte sich dabei sehr angetan von dem hohen persönlichen Einsatz für den Frieden in der Welt: “Das findet man nicht in vielen Orten, vor allem nicht mit dieser Tradition.” Er äußerte den Wunsch, dasss es zu weiteren persönlichen Kontakten käme. Den Gedanken des interreligiösen und kulturellen Austausch bekräftigte auch Gürsel Derin, Vorsitzender der Moschee, im Gespräch mit unserer Zeitung: “Wir versuchen, unsere Leute darauf aufmerksam zu machen, am Friedensgebet teilzunehmen und sich zu integrieren. Wenn man Kontakt hat, kommt man besser klar.”

…”

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